was als Traum begann, ist heute
Mohn & Mokka
Ich bin in Grießen aufgewachsen und habe dort meine Heimat gefunden.
Bis es an die Lehre ging, wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht genau, welchen beruflichen Weg ich einmal einschlagen möchte.
Dann unterschrieb ich meinen Lehrvertrag bei der Bäckerei-Konditorei Turzer und damit begann etwas, das mich bis heute begleitet: meine Leidenschaft für Backwaren.
Nach meiner Lehre, die ich 2007 abgeschlossen habe, blieb ich weiterhin bei der Bäckerei Konditorei Turzer. Besonders schön war für mich, dass ich nicht nur im Verkauf arbeiten durfte, sondern auch Einblicke in die Backstube bekam. Dort selbst mit anzupacken, zu sehen, wie aus verschiedenen Zutaten etwas entsteht, und gleichzeitig den Kontakt zu den Kunden zu haben – beides hat mir unglaublich viel Freude gemacht.
Im April 2010 trennten sich unsere beruflichen Wege. Nach einer schwierigen privaten Zeit begann ich am 1. Juni 2010 bei der Bäckerei Dörflinger in Grießen. Dadurch fühlte ich mich meiner Heimat noch einmal ganz besonders verbunden.
2010 durfte ich bei der Bäckerei Dörflinger einen Kurs rund um belegte Brötchen besuchen. Ich habe dabei gelernt, wie man mit einfachen Zutaten kreative und ansprechende Snacks zaubert – etwas, das mir schon damals viel Freude gemacht hat.
Im Februar 2022 habe ich dann schweren Herzens gekündigt. Wenige Monate später, im Mai, gingen Herr und Frau Dörflinger in ihren wohlverdienten Ruhestand. Der Laden stand anschließend lange leer.
Auch nach meinem Abschied von der Bäckerei Dörflinger ist der Kontakt zu Herrn und Frau Dörflinger geblieben. Bis heute stehen wir miteinander in Verbindung, worüber ich mich sehr freue. Die gemeinsame Zeit und die Menschen, die mich auf meinem beruflichen Weg begleitet haben, sind für mich ein wichtiger Teil meiner Geschichte.
Ein besonders schönes Wiedersehen gab es im Januar 2026 mit meiner ehemaligen Lehrchefin, Frau Ponedeljak. Nach 16 Jahren trafen wir uns bei einer Buchvorlesung in der Linde wieder.
Es war schön, sich nach so langer Zeit wiederzusehen und gemeinsam auf die Zeit während meiner Lehre zurückzublicken.
Und dann begann etwas Neues …
Nach meiner Zeit bei der Bäckerei Dörflinger blieb der Gedanke an einen eigenen kleinen Backshop immer wieder in meinem Kopf. Ich hatte ihn nie ganz losgelassen.
Als schließlich auch die Post aus den Räumlichkeiten auszog, ergab sich für mich die Möglichkeit, diesen Gedanken tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen.
Was zunächst nur eine Idee war, begann plötzlich konkret zu werden. Und damit begann die Geschichte von Mohn & Mokka.
Für mich war dabei von Anfang an klar: Ich wollte nicht einfach nur einen Backshop eröffnen. Ich wollte etwas für meinen Heimatort schaffen.
Unser Dorf soll lebendig bleiben und nicht irgendwann zu einem „Schlafdorf“ werden, in dem immer mehr Geschäfte und Möglichkeiten verschwinden. Ein Dorf lebt davon, dass Menschen zusammenkommen, sich begegnen und füreinander da sind.
Ich glaube fest daran, dass wir das nur gemeinsam schaffen können. Dazu gehört auch, wieder bewusst im eigenen Dorf einzukaufen und die Geschäfte vor Ort zu unterstützen.
Mohn & Mokka soll deshalb nicht nur ein Ort sein, an dem man Backwaren und Kaffee bekommt. Es soll ein kleiner Treffpunkt sein – ein Ort, an dem man sich begegnet, kurz verweilt, miteinander ins Gespräch kommt und ein Stück Dorfleben erlebt.
Denn ein lebendiges Dorf entsteht nicht von alleine. Es lebt von den Menschen, die darin wohnen – und davon, dass wir alle ein Stück dazu beitragen.
Die ersten Schritte
Anfang September durften wir uns die Räumlichkeiten zum ersten Mal genauer anschauen. Und plötzlich war aus dem Gedanken „Vielleicht könnte ich hier einen kleinen Backshop eröffnen“ etwas Greifbares geworden.
Im November und Dezember ging es dann richtig an die Planung. Wir überlegten: Wie soll der Laden aussehen? Was soll wo stehen? Was brauchen wir überhaupt? Welche Ausstattung benötigen wir? Und vor allem: Mit welchem Bäcker möchten wir zusammenarbeiten?
Auch die Auswahl der Backwaren und die Vorstellung der verschiedenen Produkte spielten dabei eine große Rolle. Wir schauten uns die Angebote der letzten beiden Bäcker genauer an und überlegten, welches Konzept am besten zu unseren Vorstellungen und zu unserem Dorf passen würde.
Gleichzeitig gab es unzählige Dinge zu organisieren: Welche Anmeldungen sind notwendig? Welche Vorschriften müssen wir beachten? Welche Zertifikate und Nachweise brauchen wir? Was müssen wir für den Betrieb alles vorbereiten?
Es waren unglaublich viele Fragen und Entscheidungen – und gleichzeitig wurde der Traum mit jedem Schritt ein bisschen realer.
Die letzte Woche vor der Eröffnung
Die letzte Woche vor der Eröffnung hatte es dann wirklich in sich. Unsere Nerven wurden ordentlich auf die Probe gestellt, denn der Laden war noch lange nicht so fertig, wie wir es uns gewünscht hatten. Die Rückwand war beispielsweise gerade einmal zur Hälfte fertig.
Doch zum Glück hatten wir unsere Familien an unserer Seite. Mit vereinten Kräften wurde gearbeitet, organisiert, aufgebaut und bis zum letzten Moment noch an vielen kleinen Dingen gefeilt.
Und tatsächlich wurde alles bis zum Samstag vor der Eröffnung fertig.
Wie aufregend so ein Schritt wirklich ist, merkt man wahrscheinlich erst, wenn man plötzlich nur noch einen Tag von der eigenen Eröffnung entfernt ist. Zwischen Vorfreude, Nervosität und der Frage „Haben wir wirklich an alles gedacht?“ wurde uns bewusst: Jetzt wird unser Traum tatsächlich Wirklichkeit.
